Wir brechen die Zelte in München ab – aber warum eigentlich (2)

von | 5. Aug, 2015 | Freies Leben als Familie | 0 Kommentare

 

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Im ersten Artikel dieser kleinen Reihe haben wir davon berichtet, dass wir unsere Wohnung gekündigt haben und München mehr und mehr den Rücken zukehren wollen. Diesmal wollen wir etwas genauer auf unsere Beweggründe eingehen, also darauf, was uns einerseits von hier wegtreibt und andererseits darauf, was uns nach Pai / Thailand zieht.

Für das eine und gegen das andere? In unserem Fall eine komplexe  Kombination von beidem

Wenn es darum geht, Entscheidungen zwischen zwei oder mehr sich bietenden Alternativen zu treffen, dann geht das meistens nicht, ohne vom reinen Abwägen zwischen Pro und Contra wegzukommen und die vielen Grauzonen dazwischen zu analysieren. Es ist in unserem Fall natürlich nicht so, dass alles in München zum davonlaufen ist, und genauso wenig finden wir alles in Pai und Thailand perfekt. Wenn dem so wäre, dann hätten wir den Schritt wohl schon viel früher geschafft. Letztendlich haben wir für uns im Laufe der vergangenen Jahre ein ganz gutes Gespür dafür entwickelt, was uns tatsächlich wichtig ist und was eher oberflächlich wichtig erscheint – unterm Strich aber vernachlässigt werden kann.

Über uns

Wir sind Victoria, Chris und Liam und möchten euch von unserem Leben in Thailand, Deutschland und im Rest der Welt erzählen.

 

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Auf einen Nebeneffekt dieses Vorgehens sind wir am Rande schon im ersten Artikel eingegangen, nämlich auf die unverhältnismäßig schwere Gewichtung der Contras, meist manifestiert in Sorgen, Ängsten und Bedenken. Hinzu kommt, dass es einfacher ist, zu bewerten was man hat, als etwas Ungewisses mit all seinen Unklarheiten.

Beschwingt durchs Leben oder zweifelnd?

„Mei pen rai“ 

Eine Ausspruch, dem man in Thailand permament begegnet und den man mit „macht nichts“ nur unzureichend übersetzen kann. Es geht dabei eher um die Haltung, vieles von dem, was einem tagein tagaus passiert, nicht so ernst zu nehmen.

Thailand hat uns in den Jahren, die wir schon dort waren, schon sehr viel gelehrt und einer der elementaren Wesenszüge von Thais ist die Leichtigkeit, mit der sie den Alltag und das Leben im Allgemeinen meistern, das kann man auch sehr gut in schwierigen Zeiten sehen. Im Alltag äußert sich das dann so, dass keine Welt zusammenbricht, wenn das Auto eine Panne hat oder die Waschmaschine den Geist aufgibt.

So etwas wie ein aufwendiger Lebensplan mit unzähligen (eingeplanten) karrierebezogenen Meilensteinen, in dem auch Dinge wie der optimale Zeitpunkt für die 1,4 Kinder eingetaktet sind? Für die meisten Thais ein sehr abwegiger Gedanke, zumindest für die, die wir kennen. Uns ist ein solch strategisches Denken auf das Leben bezogen schon lange sehr fremd. Wir kennen leider zu viele Beispiele von Menschen, die alles bis zur Rente aufgeschoben haben und Reichtümer angehäuft haben, die sie dann in der Rente genießen wollten. Dann kam die Rente und bei vielen kam dann auch eine Krankheit, die das Leben stark beeinträchtigte oder sogar abrupt beendete. Wir versuchen deshalb seit langem ein Leben aufzubauen, dass uns das Hier und Jetzt genießen lässt, tun uns dabei aber aufgrund alter Denkmuster nach wie vor oft sehr schwer.

Es hat etwas gedauert, bis wir zumindest einige unserer alten Denkmuster aufgebrochen haben, aber wir sehen seit langem die schönen Seiten einer solchen Denkweise. Weniger Sorgen bedeuten weniger Ängste. Und weniger Ängste resultieren unter anderem in einer ausgeprägteren Entschlussfreude und Lebensfreude.

Ein zentraler Punkt ist dabei für uns: wir machen uns immer so viele Gedanken darüber, warum etwas schief gehen könnte oder was die Gefahren sind, am Ende vergessen wir oftmals den positiven Seiten auch soviel Aufmerksamkeit in den Vorüberlegungen zu schenken. Was dann übrig bleibt ist ein Sammelsurium von Hindernissen, dem kaum noch Positives gegenübersteht. Dann wird eine Idee oder ein Plan wieder auf Eis gelegt und letztlich vergessen. „Klappt ja eh nicht“ – stimmt, vor allem wenn man es gar nicht erst probiert.

Leben wie in einer Blase

Ein amerikanischer Freund von uns, den wir aus Thailand kennen, hat uns vor Jahren einmal in München besucht. Wir haben ihn rumgeführt und ihm viel erzählt darüber, wie sicher Deutschland im Allgemeinen und München im Speziellen doch ist. Wenig Kriminalität, kaum Arbeitslose, gutes Sozialsystem. Er fand das interessant, schlussfolgerte aber auch richtigerweise, dass das alles sehr einer großen Blase ähnelt, in der man sich aufhält. Das Leben der „Anderen“ da draußen ist weit weg. Wenn dann doch mal etwas in diese Blase eindringt fühlt man sich auch schnell überproportional bedroht, gerade im Moment ist das schön zu beobachten an der ganzen unsäglichen Flüchtlingsdebatte. Uns machen die ganzen abwertenden Aussagen über Flüchtlinge nur noch traurig und ratlos.

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Wo wir glücklicher sind? Das können wir leicht beantworten

Victoria sagt seit Jahren zu Leuten, die uns fragen was an Pai so toll ist, gerne sinngemäß den folgenden Satz:

In Pai bin ich ein besserer Mensch, ein Mensch den ich lieber habe als den anderen.

Das trifft auf uns beide bezogen sehr gut den Kern. Wir sind dort einfach glücklicher und dadurch offener, toleranter, zufriedener und letztlich, wenn man es so will, auch besser – für uns selbst und auch für unser Umfeld. Das ist wohl auch der Grund, warum wir dort inzwischen weit mehr Menschen als Freunde bezeichnen als in München, und das obwohl wir sehr viel mehr Zeit hatten in unserem Leben Freundschaften in München aufzubauen.

Das Pflegen dieser Freundschaften in München ist aber eine der Sache, die uns schwerfällt. Es gibt in unserem Umfeld kaum spontane abendliche Treffen und Zusammenkünfte. Jeder ist eingespannt in lange Arbeitstage, zeitaufwendige Hobbys und die Wohnsituation in einer Stadtwohnung ist auch nicht gerade kontaktfördernd. Man kann nicht bei irgendwem vorbeifahren und schauen, ob die Freunde gerade im Garten sitzen, wenn sie gar keinen haben, sondern hinter geschlossenen Türen ihren Feierabend verbringen. In Pai können wir wiederum zu jeder Tageszeit Freunde treffen, sei es indem wir einfach bei ihnen zu Hause vorbeifahren oder sie in ihrem Restaurant besuchen oder uns mit ihnen spontan auf einen Café treffen. Diese Spontanität ist uns wichtig, denn unter dem Strich sind eben die Freundschaften, die den Alltag prägen auch sehr entscheidend für die Zufriedenheit .

Alles in allem könnten wir (und werden es vielleicht auch noch) stundenlang über unsere Gründe schreiben, aber an dieser Stelle wollen wir es einmal dabei belassen. Vielleicht kann ja der eine oder andere von euch unseren Entschluss jetzt etwas besser verstehen.

Teil 3 der Serie könnt ihr hier lesen.

In einem der nächsten Artikel werden wir das Thema „Kinder in Thailand“ aufgreifen. Tragt euch ein um das nicht zu verpassen!

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