Wir brechen die Zelte in München ab – erster Teil einer Serie

von | 29. Jul, 2015 | Freies Leben als Familie | 0 Kommentare

 

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Seit ein paar Tagen ist offiziell, was wir schon seit langem angepeilt und angekündigt hatten: wir haben unsere Wohnung in München gekündigt und werden damit ab dem 1. November kein festes Zuhause mehr in München haben. Jetzt geht die Arbeit natürlich erst so richtig los, denn ein ganzer Haushalt muss aufgelöst werden inklusive einem vollkommen überfüllten Keller. Davon möchten wir in den nächsten Monaten in einer Artikelserie berichten und damit anderen, die etwas ähnliches vorhaben, vielleicht ein paar Orientierungspunkte zu geben.

Was lange währt wird endlich in die Tat umgesetzt

In unserem Umfeld haben viele wohl nicht mehr so ganz daran geglaubt, dass wir tatsächlich unsere Zelte in München abbrechen oder zumindest größtenteils unsere Basis hier aufgeben. Wir sind nun seit 2006 immer wieder für 6 Monate und länger auf Reisen gewesen oder haben ohne viel Reisen in Pai / Thailand den Winter verbracht. In diesen Zeiten hatten wir unsere Wohnung aber immer untervermietet und konnten so nach der Rückkehr ins gemachte Nest zurückkehren.

Über uns

Wir sind Victoria, Chris und Liam und möchten euch von unserem Leben in Thailand, Deutschland und im Rest der Welt erzählen.

 

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Seit mindestens 2009 gibt es eigentlich schon den Wunsch Deutschland zu verlassen und unseren Lebensmittelpunkt nach Thailand zu verlegen. Es kam aber immer wieder etwas dazwischen, und so kam es, dass wir es immer wieder aufgeschoben haben. Es gab sehr reale, wichtige Hindernisse aber in erster Linie gibt es einen Grund: fehlender Mut, den eigenen Traum zu verwirklichen und ein gewisses Risiko einzugehen. Das haben wir inzwischen erkannt, eigentlich schon seit zwei Jahren und jetzt setzen wir es endlich in die Tat um.

Auswandern? Wir tun uns schwer mit festen Begriffen

Wir vermeiden den Begriff „Auswandern“ eigentlich, wenn wir unsere Vorhaben beschreiben. Das hat auch etwas mit der Idee zu tun, wie wir uns die Zukunft vorstellen. Wir wollen nicht die eine Basis in Form einer festen Wohnung in München aufgeben um irgendwo anders genauso sesshaft zu werden. Vielmehr möchten wir uns eine Flexibilität aufbauen, die es uns ermöglicht, an dem Ort zu sein, wo wir uns gerade wohl fühlen, dort wo wir glücklich sind. Aus jetziger Sicht wird das erstmal Pai sein, aber das ist nicht in Stein gemeißelt. Passt auch irgendwie ganz gut zum Namen unseres Blogs „Nesting Nomads„, das ist natürlich kein Zufall.

Allgemein gesprochen hat „Auswandern“ auch wieder etwas mit einer Schublade zu tun, in die man sich selbst steckt. Aber solche Schubladen schränken einen unter Umständen auch wieder ein und hindern einen womöglich sogar daran flexibel zu bleiben. Das ganze hat einen positiven Nebeneffekt: wenn wir nicht von auswandern sprechen und wirklich zurück „müssen“, dann rutscht die ganze Thematik auch nicht in die nächste Schublade mit dem Etikett „gescheitert“ und ist damit auch nicht gleich wieder negativ behaftet.

Was hat uns denn eigentlich so lange blockiert?

Wir sind beide in München aufgewachsen und waren bis zu unserer ersten Reise 2006 nie lange im Ausland oder weg von München. Wir haben eine sehr enge Bindung zu unseren Familien in München und so ist es auf emotionaler Ebene kein einfacher Schritt. Aber letztendlich ist Zögern und Verschieben vor allem damit verbunden, dass wir nicht den notwendig Mut aufbringen konnten. Es tauchen immer wieder Fragen auf wie:

  • Was ist wenn es nicht klappt?
  • Können wir wieder zurück?
  • Und im Alter?
  • Geld?

Gerade wenn man in Deutschland aufwächst sind Sicherheitsgedanken sehr tief im persönlichen Wertesystem verwurzelt, zumindest unserer Meinung nach. Und was noch schlimmer ist, sind die Zweifel, die immer auftauchen, sobald die Komfortzone wegzubrechen droht.

Bei uns setzt dann immer ein recht interessanter und weit verbreiteter Mechanismus ein: bei dem was man sicher hat sieht man plötzlich primär die positiven Aspekte und bei dem Neuen die Gefahren. Und eh man sich versieht listet man in Gesprächen nur noch diese Zweifel und Möglichkeiten zum Scheitern aneinander. Aber warum eigentlich? Warum legt man den Fokus nicht lieber auf die Chancen die man hat, auf die sich bietenden Gelegenheiten.

Chancen sehen und auf den Bauch hören – und nicht auf die Zweifel

Wir hatten in den vergangen Monaten zwei Schlüsselerlebnisse: als wir Anfang Mai nach sechs Monaten in unsere Wohnung zurückkamen war da nicht viel zu spüren von „endlich zuhause“. Wir fühlen uns weder in unserer Wohnung besonders zuhause (obwohl es eine schöne Wohnung ist) noch können wir die Vorzüge schätzen, die viele Leute an München so schätzen. Als wir vor einer Woche dann von einem verlängerten Wochenende bei Freunden im Burgenland zurück gekommen sind war es wieder genauso – wir wären am liebsten wieder rückwärts rausgegangen. Es fühlt sich einfach nicht mehr richtig an.

Das genaue Gegenteil passiert, wenn wir in Thailand im Allgemeinen und in Pai im Speziellen ankommen. Die Zweifel sind weg, es treten etliche Aspekte zu Tage, die uns regelrecht aufleben lassen. Dieses Gefühl geht auch weit über die Freude hinaus, die man mit dem Ankommen an einem Urlaubsort verbindet. Pai ist für uns schon längst zur Heimat geworden und wir hatten in den vergangenen Jahren genug Zeit das Leben dort auch auf Alltagstauglichkeit zu prüfen. Wir sind überzeugt, dass Naivität bei der Entscheidung keine Rolle mehr spielt, aber sicher sein können wir uns auch nicht. Aber wann kann man das denn wirklich, wenn es darum geht, das eigene Leben zu planen?

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Wir haben uns fest vorgenommen das Leben viel mehr als eine gigantische Aneinanderreihung von sich bietenden Chancen zu betrachten anstatt einer großen Liste von Gefahren, Ängsten und Sorgen. Diese Einstellung mit Leben zu füllen wird allerdings noch einige Zeit dauern.

Es gibt wenig zu verlieren – und so viel zu gewinnen

Zugegeben, wir befinden uns als Deutsche ohne Schulden und finanzielle Verpflichtungen in der komfortablen Situation, dass die Fallhöhe bei einem solchen Unterfangen sehr gering ist, aber da sind sie schon wieder die kleinen Zweifel-Teufelchen. Angenommen wir stehen in zwei Jahren da und erkennen, dass der gewählte Weg so nicht klappt – wir können zurück nach Deutschland und dort weitermachen, wo wir in einigen Monaten aufhören. Und die Zeit, die wir bis dahin haben wird keine verlorene gewesen sein, davon sind wir fest überzeugt.

Die Tatsache, dass der Wunsch weg zu gehen schon so lange in uns liegt, hat uns davor bewahrt zu viele Verpflichtungen einzugehen. Wir haben seit dem Ende unseres Studiums 2006  nicht viel an unserem Lebensstil geändert, keine teuren Autos gekauft oder eine Wohnung gekauft – dazu hatten wir auch gar nicht die finanziellen Mittel, vor allem nicht in München. Wir haben dementsprechend wenig zu verlieren – das erachten wir durchaus als Privileg. Den Umstand, dass wir vieles von dem was wir in der Wohnung besitzen aufgeben müssen sehen wir sogar als befreiend an. Wir kommen ein halbes Jahr in Thailand mit dem aus, was in unsere beiden (riesigen) Reisetaschen passt, aber hier brauchen wir 30 Kartons um unsere Wohnung für eine Untermieter auszuräumen. Viel Zeug, das uns eher wie Ballast vorkommt denn als Bereicherung. So kam es auch, dass mit jeder Heimkehr mehr und mehr Sachen gar nicht mehr aus dem Keller in die Wohnung kamen. Vermisst haben wir davon kaum etwas.

Wie geht es jetzt weiter? Es ist viel zu tun

Wir haben jetzt drei Monate Zeit neben unserem normalen Alltag unseren Haushalt aufzulösen. Einen Teil werden wir verkaufen, vieles werden wir für den Fall einer Rückkehr in Kisten einlagern.

Im kommenden Winter werden wir für ca. neun Monate in Thailand sein und im Sommer 2016 für 2-3 Monate nach München kommen. Wir können bei unseren Eltern unterkommen oder eine möblierte Wohnung für eine Weile beziehen. Wir sind nämlich noch nicht so weit, ohne Einkommen aus München zu planen. Wir können Victorias Vater im Laden für einige Wochen vertreten und Rikscha fahren bietet sich für solch einen Zeitraum auch an, vor allem aufgrund des Oktoberfests. Darauf werden wir noch angewiesen sein, bis wir beruflich eine „neue“ Arbeits-Existenz in Thailand und über das Internet aufgebaut haben. Wir hoffen aber sehr, dass wir das maximal in den nächsten beiden Jahren machen „müssen“ und danach Deutschland-Besuche als Heimaturlaub betrachten können.

Hier geht es zum 2. Teil der Serie.

Wir  freuen uns, wenn ihr uns in den nächsten Monaten und Jahren auf diesem Weg begleitet und freuen uns natürlich auch über Feedback jeglicher Art, ob positiv oder negativ.

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