Mit Kreditkarte Geld abheben und dabei sparen – (Update 2019)

von | 1. Mrz, 2019 | Reisen - Tipps und Ziele | 8 Kommentare

Bei unserem ersten langen Auslandsaufenthalt 2006 waren wir nur mit EC-Karten bewaffnet und die Abhebungsgebühren nach sieben Monaten in Thailand, Australien und Neuseeland gingen in den dreistelligen Bereich. Beim nächsten Mal waren wir schon schlauer und kannten die Möglichkeit, mit Kreditkarten kostenlos Geld abheben zu können. Inzwischen haben wir mehrere Karten dieser Art, aber speziell in Thailand gibt es noch einen zusätzlichen Tipp zu befolgen, um wirklich kostenlos an die heiss begehrten Thai Baht zu kommen. Wir möchten unsere Erfahrungen gerne mit euch teilen.

Wichtiger Hinweis: die Bedingungen ändern sich häufig, alle Angaben erfolgen deshalb ohne Gewähr. Stand: 1/2019

tl;dr: Unsere Kreditkarten-Empfehlung kompakt

Ob als Familie oder Alleinreisender ist man sowieso immer gut beraten, mehr als eine Kreditkarten mitzuführen. Uns ist es schon öfter passiert, dass wir eine Karte im Geldautomaten vergessen haben oder der Automat die Karte ohne Grund einbehalten hat. Blöde Situation, aber noch unangenehmer, wenn man keine Ersatzkarte hat. Auch dieses mal hat ein Automat aus unerfindlichen Gründen eine unserer Karten eingezogen. Die Zweite hat leider einen Riss am Magnetstreifen bekommen, so sind wir darüber froh, noch eine zu haben, auf die wir zurückgreifen können.

Jede der von uns vorgestellten Kreditkarten euch Vorteile beim Reisen. Da die Karten sich im Detail etwas unterscheiden empfehlen wir euch, mindestens 2 der vorgestellten 5 Karten zu kombinieren. Im Einzelnen geht es um folgende Karten:

  1. payVIP Mastercard*: Eine „echte“ Kreditkarte, keine Debitkarte. Kostenlose Bezahlung im Ausland, sehr gut auch bei Flug- Hotelbuchungen. Achtung: Besser pünktlich den Saldo begleichen, sonst kommt es zu hohen Kosten durch die Sollzinsen
  2. 1Plus Visa*: Kostenlose Bezahlung im Ausland, als einziger Anbieter werden Geldautomatengebühren erstattet. Tageslimit für Abhebung ist mit 300€ etwas niedrig.
  3. N26 mit Mastercard*: Benutzerfreundlichkeit von der Beantragung bis zum ersten Karteneinsatz, kostenlose Bezahlung im Ausland. Aber: Abhebungen im Ausland erst mit monatlicher Gebühr von mind. 9,90 € kostenlos, wobei damit noch andere Vorteile verknüpft sind wie eine Reiseversicherung
  4. DKB Cash mit Visa Card*: Als Aktivkunde bekommt man die Abhebungsgebühren nach wie vor erstattet.
  5. comdirect Girokonto mit Visa Card: Aktuell gibt es eine Prämie bei Neuabschluss und kostenlose Bezahlung.

Mit der richtigen Kombination an Karten kann man sich die Gebühren für das Geld abheben und Bezahlen mit der Kreditkarte sparen.

Die Gemeinsamkeit aller Karten ist, dass keine jährlichen Fixkosten entstehen.

Die Hauptunterschiede für uns sind:

  • Kostenlos bei Auslandseinsatz im Nicht-Euro-Raum als Zahlungsmittel nur im Fall von N26, 1PlusVisa und payVIP.
  • Die N26 ist bei Geldabhebungen in Fremdwährung (sprich Nicht-EU Ausland) erst ab einer monatlichen Gebühr von mind. 9,90 € (N26 Black) kostenlos, bei der kostenlosen Karte werden Gebühren i.H.v. 1,7 % an. Euro Abhebungen sind kostenlos, innerhalb Deutschlands aber nur 3 bzw. 5 im Monat.
  • Die DKB ist bei Bargeldabhebungen nur kostenlos für Aktivkunden. Das 1. Jahr ist man als Neukunde automatisch Aktivkunde, danach braucht man 700 € monatlichen Geldeingang.
  • Nutzung von Guthaben und Ausgleich von Rechnungen werden unterschiedlich gehandhabt, mehr dazu später.

Kostenlos Geld abheben mit der Kreditkarte und (Sonder-)Gebühren an Bankautomaten in Thailand

Das Abheben von Bargeld ist bei Reisenden wohl die am meisten genutzte Funktion einer Kreditkarte. Das Problem sind aber oftmals die Gebühren, die anfallen und die das Reisebudget sehr belasten können. Alle von uns vorgestellten 5 Karten verursachen hier keine Kosten.

Über uns

Wir sind Victoria, Chris und Liam und möchten euch von unserem Leben in Thailand, Deutschland und im Rest der Welt erzählen.

Mehr über uns erfahren

Aber: Eine Besonderheit stellen die Abhebungsgebühren an Geldautomaten in Thailand dar, die es in ähnlicher Form auch in einigen anderen Ländern gibt. Die thailändische Bank erhebt, unabhängig von eurer Kreditkartenfirma oder Hausbank, 220 Baht (z.Z. ca. 6 €) Gebühren pro Abhebung. Früher war es so, dass man diese Gebühren sowohl von der DKB als auch von der Comdirect erstattet bekam, eine Email reichte aus. Seit einer Änderung der Geschäftsbedingungen ab 1.6.2016 gilt, dass es diese Erstattung bei der DKB und Comdirect nicht mehr gibt. Bei N26 haben wir auf Nachfrage die Information erhalten, dass diese Gebühren nicht erstattet werden.

Aber zu den guten Neuigkeiten: Danke eines tollen Artikels von Flocutus sind wir auf die Santander 1Plus Visa* aufmerksam geworden, denn diese erstattet nach wie vor Automatengebühren. Das Tageslimit für Abhebungen liegt zwar bei eher niedrigen 300 €, was man aber auch als Vorteil sehen kann, was die Sicherheit betrifft. Und je nach Land und Planung kommt man damit auch einige Zeit aus.

In Geschäften bezahlen ohne zusätzliche Kosten

Das Bezahlen mit der Kreditkarte ist für uns Deutsche nicht so alltäglich wie zum Beispiel für Amerikaner. Jedoch passiert es gerade im Urlaub oder auf Reisen vermehrt, dass man nicht genug einheimische Währung hat und zur Kreditkarte greift. Der Klassiker ist hier wohl der Aufenthalt am Flughafen.

Ob beim Abreisen oder Umsteigen, man will kein Geld mehr wechseln, da man sonst zu viel fremde Währung mit nach Hause nimmt, also greift man zur Kreditkarte. Außerdem ist es ziemlich nervig, erst Geld wechseln zu müssen um etwas zu Essen zu kaufen. Deshalb ist es sehr praktisch, eine Kreditkarte zu besitzen, mit der man kostenlos (sprich ohne Gebühren für den Auslandseinsatz, auch ausserhalb des Euroraums!) bezahlen kann. Das ermöglichen Euch diese drei Kreditkarten:

Bei der DKB und Comdirect fallen 1,75% Gebühr für den Auslandseinsatz als Zahlungsmittel an, wobei die DKB diese Gebühr bei Aktivkunden wieder erstattet.

Kursvergleich Thailand

Thailand Vergleich: In dem Vergleichszeitraum war der Kurs für die DKB Visakarte bis auf einen Tag besser, im Schnitt bekam man ca. 1,88% mehr THB für einen Euro

Wechselkurse: für wahre Sparer

Worauf man noch achten kann. Die beiden Visa Karten von DKB und Comdirect nutzen beispielsweise nicht die gleichen Wechselkurse und so kann es von Vorteil sein, je nach Land die eine oder die andere Karte zu nutzen. Die jeweiligen Kurse findet ihr hier:

Der Blogger Skraal hat in seinem Blog mal einen Vergleich der Wechselkurse nach Ländern gemacht und aufgelistet, wann welcher Kurs i.d.R. der bessere in seinem Betrachtungszeitraum war. Das kann sich natürlich ändern, wer es also genau haben möchte muss selbst vergleichen. Für Thailand sah es im März & April 2015 wie in der rechts zu sehenden Grafik aus.

Ähnliches kann euch auch mit anderen Karten passieren, informiert euch also vorab über die angewandten Wechselkurse.

Die Kreditkarten im Detail

payVIP

Die payVIP Mastercard Gold der in Luxemburg beheimateten Advanzia Bank ist die ideale Kreditkarte zum gebührenfreien Bezahlen weltweit, ausserdem kann man damit auch noch Geld ohne Gebühren abheben.

Vorteile payVIP

  • keine Gebühren für die Karte an sich, Geldabhebungen oder Barzahlungen
  • inkl. einer Reiseversicherung

Nachteile payVIP

Im Prinzip haben wir nur ein einziges Manko entdeckt: Das Ausgleichen des Kontostands sollte zeitnah erfolgen.

Direkt zur payVIP Mastercard*

Agoda*

Booking.com*
25€ Airbnb Guthaben sichern*

Auslands Krankenversicherung für Langzeitreisende von
Hanse Merkur

Wir nutzen seit 10 Jahren die Hanse Merkur und haben immer gute Erfahrungen gemacht. Und der Preis ist auch top!

Es ist eine reine Kreditkarte, ohne dazugehöriges Girokonto. Deshalb werden die Abrechnungen am Anfang des Folgemonats nur per Email versendet. Der fällige Betrag muss dann auf das Kreditkartenkonto überwiesen werden. Hier ist keine Lastschrift möglich. Verpasst man das Zahlungsziel, werden Sollzinsen fällig. Das Abheben von Bargeld im Ausland ist zwar ebenfalls kostenlos, wird aber bis zum Ausgleich monatlich verzinst, umgehen kann man das, in dem man vor der nächsten Abrechnung den Saldo begleicht.

N26

Das Berliner Unternehmen N26 hat sich nicht mehr und nicht weniger vorgenommen, als den Online Banking Markt zu revolutionieren. Hauptkritikpunkt seitens N26 ist, dass es sich bei den vorhanden onlinefähigen Konten noch zu sehr um adaptierte klassische Konten handelt, deren Abläufe hinsichtlich Beantragung, Benutzerfreundlichkeit im alltäglichen Einsatz oder Sicherheit nicht mehr zeitgemäß sind.

Dire zur N26 Mastercard*

Vorteile N26

  • Das Bezahlen in Geschäften erfolgt ohne Berechnung zusätzlicher Gebühren.
  • Kontoführung und Karten (auch Mastercard) sind komplett kostenlos.
  • Das Einrichten eines Kontos erfordert lediglich ein Videotelefonat über die App, in der per Ausweis und Kamera die Identität geprüft wird. Kein lästiger Gang zur Post ist mehr notwendig, um ein PostIdent durchzuführen. Wer das nicht möchte kann aber auch per PostIdent seine Identität bestätigen.
  • Die Sicherheit ist top, denn man kann die Karte per Smartphone App sperren und freigeben (auch für bestimmte Vorgänge wie z. B. Abhebungen oder Bezahlungen) und auch die PIN kann selbst geändert werden.
  • Einen Dispokredit kann man einfach beantragen.
  • Einbindung von Transferwise für günstige Auslandsüberweisungen.
  • Sehr benutzerfreundliche App und Website, mit Abstand das Beste was wir bisher in diesem Bereich gesehen haben.
  • Geld einzahlen kann man an der Kasse diverser Einzelhandelsketten wie Rewe oder Penny, dabei fällt eine Gebühr von 1,5% an, wenn die Einzahlungen 100 € pro Monat überschreiten.
  • Dank der einfachen Handhabung auch sehr gut als Grundkonto für Langzeitreisende und Digitale Nomaden etc. geeignet.

Nachteile N26

  • Bargeldabhebung in Auslandswährung nur mit N26 Black (9,90 € monatlich) bzw. N26 Metal (16,90 € monatlich) kostenlos.
  • Vorsicht bei Abhebungen in Deutschland: ab 3 bzw. 5 (Hauptkonto oder Nebenkonto bei N26) Abhebungen im Monat fallen pro Abhebung 2 € Gebühren an.
  • Keine Erstattung der Automatengebühren in Thailand.
  • Einzahlung nicht kostenlos: Wer regelmäßig Geld einzahlen möchten auf das eigene Konto zahlt ab 3 bzw. 5 Einzahlungen 2€ pro Einzahlung.

1plusVisa

Die Karte für Thailand und andere Länder mit Automatengebühren. Wer nicht mit viel Bargeld am Körper reisen möchte und dennoch eine Weile in diesen Ländern reist spart sich durch die Rückerstattung der Gebühren am Ende eine schöne Summe Geld.

Direkt zur 1Plus Visa*

Vorteile 1plusVisa

  • Das Bezahlen in Geschäften erfolgt ohne Berechnung zusätzlicher Gebühren.
  • Kontoführung und Karten (auch Mastercard) sind komplett kostenlos.
  • Erstattung der Automatengebühren, wie sie beispielsweise in Thailand erhoben werden, aktuell sind das pro Abhebung 220 THB, was etwa 6 € entspricht.

Nachteile 1plusVisa

Das etwas geringe Tageslimit von 300 Euro bei Bargeldabhebungen.

DKB

Die DKB bietet nur noch Aktivkunden kostenlose Abhebungen, allerdings keine Erstattung der Gebühren wie die 1plusVisa. Aktivkunde ist per DKB Definition jeder mit mind. 700 € monatlichen Geldeingang. Plus: Neukunden sind das erst Jahr automatisch Aktivkunden.

Direkt zur DKB*

Kurz gesagt: als Aktivkunde macht die DKB nach wie vor Sinn, denn als solcher bekommt man Gebühren für den Auslandseinsatz als Zahlungsmittel erstattet und die Abhebungen sind nach wie vor kostenlos.

Comdirect

Wie bei der DKB mit 1,75 % Gebühren für den Auslandseinsatz als Zahlungsmittel. Abhebungen an Geldautomaten mit der Visakarte sind jedoch kostenlos, jährliche Kosten fallen keine an.

Direkt zur Comdirect*

Aktuell (Stand 1 / 2019) erhält man bei Neuabschluss eines Vertrags eine Prämie von 100 € und 2 € Kontogutschrift für die ersten 2 Jahre, die genauen Bedingungen dafür findet ihr auf der Comdirect Website.