Zum ersten Mal auf unseren Reisen mit Liam hat es ihn erwischt, er ist krank und wir mussten sogar 2 mal zum Arzt. Auch die Oma ist krank geworden und am Ende gesellt sich Victoria auch noch dazu.
Während in Deutschland anscheinend eine Grippe Welle um sich schlägt bleiben wir in Thailand trotz angenehmen Temperaturen auch nicht von allen Viren verschont. Wobei es schon lustig ist in der Aufnahmestation des Krankenhauses zu lesen, dass man sich melden soll wenn man gerade aus Deutschland angereist ist. So geschehen in Hua Hin Bangkok Hospital vor einigen Tagen.

Krank in Thailand – aktuell unser ganz normaler Alltag

Aber nun von vorne. Als wir uns am 20. Februar aus Pai auf nach Chiang Mai gemacht haben, waren wir alle (derzeit 5 an der Zahl, mit Oma und Opa) erkältet. Allerdings hat die Oma am meisten gehustet und sich nicht gut gefühlt. In Chiang Mai angekommen, ging es dann schon wieder etwas und so sind wir bei dem ursprünglichen Plan geblieben, dass Chris und seine Mutter nach Hua Hin mit dem Auto gefahren sind und der Rest ist geflogen.

Leider war das im Nachhinein wohl nicht richtig, denn die darauf folgende Nacht ging es Chris Mutter wieder schlechter. Fieber, starker Husten, eine richtige Erkältung also. Wir drei schienen uns aber langsam von dem Husten zu erholen, und so haben wir Liam den ersten Tag am Meer auch ganz viel am Wasser und in der Sonne spielen lassen. Zack, die nächste falsche Entscheidung. Am nächsten Tag ging es auch bei Liam mit Husten wieder richtig los und in der Nacht hatte er erstmals hohes Fieber. Also haben wir die zwei Kranken am Tag 2 in Hua Hin gepackt und sind in das nächste Krankenhaus gefahren.

Dort blieb ich bei Oma, da sie ja kein Englisch spricht und Chris ist mit Liam auf die Kinderstation. Alle beide haben die Lunge geröntgt bekommen und umfangreiche Bluttests. Bei Liam stand nach dem ersten Abhören der Verdacht auf Lungenentzündung im Raum – Uff. Also weitere Tests und auf die Ergebnisse warten. Nebenbei haben sie ihm ganz viel Blut abgenommen und die Nadel erstmal in der Hand gelassen, was er gar nicht lustig fand. Am Ende hatten wir dann das Ergebnis, Bronchitis aber keine Lungenentzündung, Malaria, Dengue, TB oder sonstiges. Seitdem nimmt er Antibiotika und Hustensaft und es wird aber ehrlich gesagt nur langsam besser. Er fühlt sich zwar ganz gut, der Husten ist aber noch immer richtig fies.

Die Oma hatte erstmal keinen auffälligen Befund, dafür kam der Hammer nach den Tests: ausgewachsene Lungenentzündung, oh man. Der Arzt wollte sie gleich da behalten, was wir aber nicht gemacht haben. Auch sie hat ganz viele Medikamente bekommen und wir beobachten sie seitdem ganz genau. Nach einigen Tagen ging es ihr erstmals deutlich besser und wir waren wieder guter Hoffnung. Nach einem weiteren Check up der beiden Kranken und einer Medikamenten Verlängerung konnten wir unsere Reise nach Koh Chang fortsetzen. Dort gibt es auch Krankenhäuser und Ärzte und wir werden wohl noch einmal zu einer Kontrolluntersuchung müssen.

Krank in Thailand – Wie handelt man richtig

Das ist leider nicht so einfach zu beantworten. Da wir in Deutschland nicht sofort zum Arzt rennen, machen wir das hier auch nicht. Grundsätzlich ist es aber so, dass man die richtig guten Ärzte nicht so einfach in Praxen findet sondern meist am Besten in das nächste Krankenhaus geht, optimaler weise eines der Großen und Bekannten. In Chiang Mai gehen wir gerne in das Chiang Mai Ram, hier in Hua Hin gibt es das Bangkok Hospital, eines der Größten und Besten (und teuersten) Thailands, soweit ich weiss.

Nach einer kurzen Anmeldung wird man wohl bei Husten standardmäßig geröntgt und je nach dem das Blut untersucht. Das Ganze ist nicht billig, aber da wir eine sehr gute Reisekrankenversicherung bei der Hanse Merkur abgeschlossen haben, ist schon einmal der finanzielle Aspekt irrelevant. Wir müssen zwar alle Kosten auslegen, bekommen diese aber wieder erstattet. Für einige zur Info, wir haben für Liam inkl. Medikamente 12.000 Baht (300 Euro) bezahlt. Das Teuerste war dabei der Bluttest mit knapp 9500 Baht. Der 2. Besuch inkl. Inhalieren und Physiotherapeutischer Behandlung zur Schleimlösung hat noch einmal 9.000 Baht gekostet. Wie man sieht kommt dann durchaus schnell mal eine ordentliche Summe zusammen und das obwohl wir noch keine große Behandlung oder so etwas wie eine OP hatten.

Leider war das ganze Prozedere auch hier nicht einfacher als in Deutschland. Wir haben gerade für die Oma viele Stunden warten müssen, auf die Ergebnisse und auf den Arzt. Bei Liam ging es deutlich schneller, was dann wiederum gut war.

Wir fühlten uns gut aufgehoben – zumindest in Liams Fall

Vom fachlichen Standpunkt habe ich uns mit Liam in sehr guten Händen gefühlt. Die Kinderabteilung ist nicht so schön mit Spielplatz gebaut wie im Chiang Mai Ram, aber das ist natürlich nicht wirklich wichtig. Alles war sehr sauber und das Personal ist extrem freundlich und zuvorkommend, naja bis auf den behandelnden Arzt der war nicht gerade herzlich, aber so sind Chefärzte wohl. Der 2. Arzt war jünger und wirkte sehr modern und ebenso kompetent.

Auch die Erwachsenenabteilung wirkt in einem sehr guten Zustand, wenn auch ganz schön beschäftigt. Wie gesagt, wir mussten wirklich viel und lange warten. Der Arzt war uns leider gar nicht sympathisch, aber ich hatte für den nächsten Termin einen dort behandelnden Deutsch sprechenden Arzt gefunden, der gleich sehr nett war. Allerdings muss man wohl auch einsehen, dass die Ärzte in Deutschland auch nicht begeistert sind, wenn man sich gegen eine stationäre Aufnahme wehrt.

Alles in allem ist es auf jeden Fall die beste Entscheidung gewesen in das Bangkok Hospital zu gehen. Beim nächsten Mal werden wir uns wohl auch früher dazu entscheiden, allerdings sind die Situationen ja bekanntlich niemals die selben.

Thailand für Anfänger – die Nesting Nomads Plauderecke

Was wir euch zusätzlich mitgeben möchten, sind Erkenntnisse über Thailand, die ihr vielleicht so noch nicht wusstet. Da ich nun schon viel vom krank sein geschrieben habe, kommen nun unsere Infos und Tipps zur Vorsorge und Behandlung.

  1. Wer länger als 4 Wochen im Ausland ist, benötigt eine Reisekrankenversicherung für die gesamte Zeit. Hier dürft ihr auf keinen Fall sparen. Die Kosten hierfür halten sich in Grenzen, ausser ihr seid über 65, dann wird es schon teuer. Unseren Tipp dazu könnt ihr hier nachlesen.
  2. Wer nach Thailand reist, benötigt unserer Meinung nach (aber wir sind keine Ärzte) keine Malaria Propylaxe. Man kann sich dagegen relativ wirksam schützen, indem man Moskitostiche vermeidet. Das bedeutet, lange Kleidung am Abend, oder gut einsprühen. Die Hauptzeit ist bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. In dieser Zeit am besten drinnen, oder im Wind verbringen. Nachts in einem geschlossenen Raum oder unter einem Moskitonetz schlafen. Bei so langen Aufenthalten wie unseren erübrigt sich die Frage nach einer Prophylaxe, da man diese schlecht 8 Monate lang einnehmen kann.
  3. Anders sieht es aus bei Dengue Fieber. Das ist ziemlich verbreitet, Tendenz steigend, allerdings gibt es hier keine Impfung oder dergleichen. In einigen Ländern wie Brasilien ist jetzt ein Impfstoff zugelassen worden, der aber in Thailand noch nicht verfügbar und zudem recht umstritten ist. Gesammelte Infos dazu findet man beispielsweise bei der WHO.
    Die Moskitos die Dengue übertragen sind primär tagaktiv. Das bedeutet auch tagsüber aufpassen, dass ihr euch nicht an einem stehenden Gewässer aufhaltet und ggf. einsprühen oder lange Kleidung tragen. Ein Teich mit Fischen darin ist übrigens immer gut, da dort die Moskitolarven gefressen werden. Dengue Fieber Symptome äußern sich ähnlich wie eine Grippe und Dengue sollte deshalb bei euch im Hinterkopf sein. Der Test ist leider nur zu 65% Genau, das heisst ggf. einen 2. Test machen lassen, falls es nicht besser wird.
  4. In eurer Reiseapotheke für Thailand solltet ihr für Wunden etwas Heilerde* (äußerlich) dabei haben. Durch das feuchte Klima ist die Wundheilung sehr schlecht und die Heilerde trocknet eure Wunde auf natürliche Weise ganz wunderbar. Für Durchfall und Magenprobleme können wir das Pulver „Bolus Alba Comp.“ von Wala sehr empfehlen.
  5. Ihr bekommt in den Apotheken der Städte so ziemlich alles an Medikamenten was ihr braucht und erhaltet auch fast jedes Medikament ohne Rezept. Ihr solltet euch aber bei Antibiotika nicht auf deren Empfehlung verlassen, sondern lieber vorher zu einem Arzt gehen.
  6. Vorsicht mit Provinz Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten. In einem international anerkanntem Krankenhaus seid ihr im Zweifel besser aufgehoben.
  7. Ärzte in Thailand anzuzweifeln ist noch kritischer als in Deutschland, da hier das Problem des „Gesicht verlierens“ höher ist. Deshalb handelt bedacht, immer höflich aber denkt auch noch für euch selbst mit.

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