Hanoi in Vietnam ist sehr gewöhnungsbedürftig, was die Unterkünfte, den Verkehr und auch die Leute betrifft. Auch beim Wetter haben wir bisher nicht gerade Glück.

Unser Abflug aus Laos verlief reibungslos in einem der kleinsten Flugzeuge, in dem wir bisher waren. Nach einer knappen Stunde landeten wir in Hanoi, der Hauptstadt Vietnams und wurden von eisigen Temperaturen empfangen. Zur Zeit (Februar) sind es tagsüber knappe 10 Grad, nachts entsprechend noch etwas kälter, garniert mit tief hängenden Wolken und Nebel, die Sonne hat uns bisher noch gar nicht beehrt!

Hotels in Hanoi sind ein verwirrendes Thema

Wir wurden von einem Taxifahrer empfangen und ins Hotel gebracht, dabei fiel uns schon mal auf, dass der Verkehr hier der Wahnsinn ist, aber dazu später mehr. Ach ja, unser Hotel, das Sunrise im alten Viertel verdient eine Erwähnung.Es ist sauber, das Zimmer groß und auch irgendwie nett eingerichtet, wenn auch mit unzähligen Möbeln völlig überladen. Aber dank Fliesenboden auch extrem kalt und ohne Heizung. Es hat zwar, was in Hanoi nicht immer gegeben ist, ein großes Fenster nach draussen, aber so richtig sehen kann man hier nichts wenn schon eher hören, der Straßenlärm ist nämlich der Wahnsinn. Nach drei vorgebuchten Nächten sind wir inzwischen in das Viet Anh Hotel umgezogen, viel besser dank Holzboden und einer Klimaanlage die auch heizen kann. Und das Frühstück ist ein recht großes Buffet, in dem anderen waren es drei Scheiben Toast mit Butter und Marmelade, man könnte auch sagen nicht gerade was wir Frühstück nennen.

Bei der Buchung sollte man folgendes beachten:

  • Hat das Zimmer ein Fenster und wenn ja geht es nach draussen oder ist es ein Fenster nach innen, meist zum Treppenhaus
  • In der kalten Zeit ist ein Zimmer mir Heizung absolut empfehlenswert
  • Hat das Hotel eine 24h Rezeption bzw. einen Wachmann der euch ggf. aufsperren kann. Wir wäre fast nicht meh rreingekommen weil das Hotel um Mitternacht zugesperrt wurde.

Der Verkehr in Vietnam ist atemberaubend

Ein entscheidender Unterschied zu Thailand ist der Verkehr. Im Vergleich zu Hanoi wirkt Bangkok wie ein Hort der Ruhe. Beispiel gefällig? Was fällt euch als wichtigste Komponente eines Autos ein? Bremsen erscheinen uns doch sehr entscheidend, hier ist es definitiv die Hupe. Das ist echt witzig, die fahren mit Vollgas in eine kleine Kreuzung, hupen dabei und schlängeln sich durch. Bei den Huptönen gibt es alles bis hin zu fanfarenartigen Klängen. Sogar aufgemotzte Fahrräder mit kleiner Batterie, Musikanlage und Nebelhorn.  Um so lauter und länger, desto besser. Also für Ruhefanatiker ist Hanoi definitiv nichts.

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Wir sind Victoria, Chris und Liam und möchten euch von unserem Leben in Thailand, Deutschland und im Rest der Welt erzählen.

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Man beachte auch das Verhältnis zwischen Autos und Rollern – einen neuen Roller gibt es ab 400 Euro aus China und auf vier Millionen Einwohner kommen hier zwei Millionen Roller. Zum Glück muss man sagen, denn wenn die Hälfte davon Autos wären, die Folgen wären nicht zu ertragen. Was sich da teilweise in Kreuzungen abspielt, alles bildet einen Knäuel, hupt und fährt irgendwie. Man muss ihnen zu Gute halten, dass es nicht dauernd kracht, Unfälle haben wir aber auch schon einige gesehen in den wenigen Tagen, die wir hier waren. Es kann aber durchaus vorkommen, dass sich die Roller an manchen Kreuzungen derart verkeilen, dass erstmal gar nichts mehr geht.

Wir müssen uns erst an die Mentalität gewöhnen

Sagen wir es mal so, wir verstehen jetzt besser, warum Thailand Land des Lächelns genannt wird. Die Thais lächeln zwar ganz und gar nicht andauernd und sind auch oft nicht nur freundlich, wie viele immer denken. Im Vergleich zu den Leuten hier sind sie aber um ein vielfaches freundlicher, zu uns zumindest. Man hat hier, sobald man mit Leuten zusammen kommt, die nicht direkt vom Tourismus leben (sprich denen in Hotels und vielen Restaurants) nicht den Eindruck, allzu willkommen zu sein. Wir meinen damit nicht die Tatsache, dass viele kein Englisch können, das ist in Thailand genauso und kein Problem, wenn die Leute dann versuchen sich mit Händen und Füßen zu verständigen – tun sie hier aber meistens nicht, oft kommt nur ein recht barsches „NO“! Oder man wird einfach ignoriert, minutenlang. Vietnam ist auch unser erstes mehr oder weniger religionsfreies Land, 80% gaben bei einer Umfrage an nicht religiös zu sein. Der einzige Buddha dem man sieht ist der lachende Dicke, der für Glück und vor allem Reichtum steht – passt irgendwie zusammen.

Ansonsten wirkt alles viel chinesischer als in den Nachbarländern, was wohl mit den knapp 1000 Jahren chinesischer Herrschaft und der geographischen Nähe zu tun haben dürfte. Der zweite starke Einflussfaktor ist die französische Kolonialzeit, was man vor allem an der Architektur sieht, die chinesische und französische Elemente aufgreift.  Die Häuser hier sind echt lustig, von vorne oft wirklich schön, bunt mit Säulen und Balkonen. Allerdings unglaublich schmal dabei und sehr hoch gebaut. An der Seite sind dann meistens weder Fenster noch die schöne Farbe von vorne.

Hanoi hat das beste europäische Essen Asiens, zumindest bisher

Es gibt viel französisches Essen (typisches Strassenessen sind Baguettes) und typisch asiatisches verschiedener Art. Lecker ist das vietnamesische, meistens zumindest. Viele Nudelsuppen und ansonsten Reisgerichte mit viel Fleisch, vom Geschmack aber ganz anders als Thai. Eines der Hauptgerichte ist die Nudelsuppe Pho Bo, die es auch zu Haufen an den Straßenküchen gibt. Wobei uns die hier nicht so zusagen, da es doch recht dreckig zugeht. Die Leute sitzen auf Miniplastikhockern und um sie rum haufenweise Müll. Nicht gerade ein schöner Anblick, getestet haben wir es aber, war auch ganz gut.

Allerdings sind uns bei den derzeitigen Temperaturen geschlossene Räume wesentlich lieber. Jetzt zu dem was man immer hört, die Vietnamesen essen Hunde, wir haben nachgefragt, es ist auch ein ganz normales Gericht nichts von wegen Spezialität die nur manchmal gegessen wird. Allerdings scheinen viele Frauen den Geschmack nicht zu mögen und so ist es wohl ein Männerding Hunde zu essen. Wir haben bisher zum Glück noch keine gesehen, was aber nur daran liegt, dass wir die entsprechenden Straßen nicht aufsuchen. Und auch ansonsten ist es unsere erste asiatische Stadt, in der man kaum Hunde oder Katzen (lebendig) sieht und wenn dann meist angebunden – aber das ist wohl auch die einzige Chance, dass die Tiere überleben bei dem Verkehr. Aber eine angekettete Katze, passt irgendwie nicht so richtig, oder? Hier anscheinend schon.

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Eine geführte Sightseeingtour ist einfach nichts für uns

Gestern haben wir dann zum ersten Mal auf unseren Reisen eine geführte Tagestour mitgemacht, das hat echt Überwindung gekostet. Und es war dann hoffentlich auch das letzte Mal.

Rein in den Minibus und los gingen die langweiligen Geschichten und schlechten Witze von unserem Guide. Erinnert ihr euch noch an die Leute, die in der Schule über schlechte Lehrerwitze gelacht haben? Genau die waren mit im Minibus, obwohl die meisten die Schulbank schon lange hinter sich gelassen hatten. Raus aus dem Bus, eine ziemlich langweilige Tempelanlage in der antiken Hauptstadt Hoa Lu anschauen. Rauf auf die Klapperräder und dann ging es eine Stunde durch die Landschaft. Nebel und überschwemmte Felder, kaum Farben und viel grau – da kennen wir schönere Gegenden, Pai lässt grüßen.

Viele der Ortschaften verstrahlten den Charme von Ostblockdörfern ,kein Wunder, Vietnam ist ja auch kommunistisch. Und die Kinder rufen einem auch nicht nett zu sondern machen sich lustig und fordern Dollar, wie gesagt, alles etwas anders als in Laos und Thailand. Danach Massenmittagessen mit unserer Truppe wobei schon die freie Platzwahl zum Machtkampf mit dem Führer führte, danach zu zweit auf ein Ruderboot und  schon wird man bei dichtem Nebel eineinhalb Stunden durch Felsformationen und durch Höhlen gepaddelt, das ganze nennt sich Tam Coc und trägt den Beinamen Halong Bay am Fluss – hoffentlich ist die echte schöner! Unterbrochen war das ganze nur von dem penetranten Versuch der mitfahrenden Frau sehr hässliche Tischdecken zu verkaufen – ach ja, kalt war es auch noch obendrein.

Rückfahrt mit Hindernissen

Danach wieder rein in den Bus und zurück nach Hanoi, inkl. Zwischenstopp zum reparieren des Getriebes. Alles genau so, wie wir uns solche Touren immer vorgestellt haben, aber jetzt wissen wir, dass es stimmt. Dann doch lieber wieder auf eigene Faust. Bei schönem Wetter und grünen Feldern ist die Gegend sicher recht schön.

Aber noch eine weitere Tour haben wir (leider?) schon gebucht, morgen geht es in die Halong Bay. Hoffentlich dürfen wir uns  nach dem Bustransfer auf dem Boot frei bewegen und müssen kein festes „Programm“ befolgen. Eine Nacht verbringen wir auf dem Boot und am nächsten Tag geht es wieder nach Hanoi. Und danach wollten wir eigentlich direkt gen Süden. Geht aber nicht, weil wir noch die Auswirkungen des Chinese New Year spüren, alle Transportwege sind überfüllt und 30 Stunden Holzbank im Zug sehen wir nicht als ernstzunehmende Alternative an. Deshalb fliegen wir erst am 19. nach Saigon und lassen gezwungener Maßen die Mitte aus, ist aber für uns auch gar nicht so schlimm, sind wohl eh hauptsächlich Strände für die es im Moment zu kalt ist. Unsere Plan nach Sapa in den Norden zu fahren fällt auch aus, da die Temperaturen und die schlechte Sicht kombiniert mit zwei Nächten im Zug uns davon abhalten! Ach ja es heisst es war seit zwölf Jahren nicht mehr so kalt, da haben wir ja Glück gehabt.

Damit uns das mit den Transporten bei den nächsten Ländern nicht genauso ergeht haben wir schonmal unseren Flug nach Singapur gebucht, davor geht es noch nach Kambodscha.

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