Den Milford Sound darf man nicht verpassen

von | 28. Feb, 2007 | Neuseeland, Reisen - Tipps und Ziele | 0 Kommentare

Neuseeland liebt uns – so wenig Regen haben wohl nur die wenigsten Besucher. In Queenstown wurden wir ja schon mit herrlichen Gipfelausblicken verwöhnt aber auch unser Trip ins Fjordland ist von Sonne und klarem Himmel geprägt. Und eines können wir klipp und klar sagen: der Milford Sound ist zu Recht eines der beliebtesten Ziele und der Mitre Peak auch nicht umsonst in jedem Neuseeland Kalender als Bild enthalten.

Die Fahrt geht ins Fjordland

Am Sonntag haben wir Queenstown Richtung Fjordland verlassen, nachdem das Wetter etwas schlechter wurde und wir eh nicht im See baden hätten können. Und da der Milford Sound zu den regenreichsten Teilen der Welt zählt haben wir gedacht, dass ein paar Tage als Puffer (um schönes Wetter abzuwarten) nicht schaden können.

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Wir sind Victoria, Chris und Liam und möchten euch von unserem Leben in Thailand, Deutschland und im Rest der Welt erzählen.

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Die Fahrt bis Te Anau, quasi dem Eingangstor ins Fjordland, war schon sehr schön. Aber was dann nach Te Anau auf der Milford Road auf einen zukommt ist schon unbeschreiblich. Die Straße wird zu Recht zu den schönsten Straßen der Welt gezählt. Von Gletschern vor Millionen von Jahren geformte Täler, Berge, Seen und Flüsse sowie eine herrliche Vegetation – und dank viel Wind am ersten Tag waren auch die Sandflies erträglich. Diese sind in dieser Gegend nämlich normalerweise am schlimmsten, was schon James Cook damals erwähnt hat. Wir haben dann an einem DOC Campingplatz am Fluss Halt gemacht und einfach die Natur genossen.

Keas sorgen für Unterhaltung an der Strecke

Am nächsten Tag sind wir weiter Richtung Milford Sound gefahren. Entlang der Straße gehen unzählige kleine Spaziergänge ab. Als erstes wären da die Mirror Lakes zu nennen, da hat aber eine Ente auf dem Wasser zuviel Wellen gemacht. Es folgen herrliche Stromschnellen und Wasserfälle sowie atemberaubende Ausblicke auf die Landschaft und vieles mehr. Und an einem Parkplatz auf halber Strecke (die gesamte Milford Road ist 120 km lang) hatten wir endlich Kontakt mit den Keas! Keas sind die einzigen Bergpapageien weltweit und wie es sich für einen Papagei gehört sehr intelligent, sie haben angeblich mindestens das Intelligenzniveau von Hunden. Die setzen sich neben einen, fliegen aufs Autodach (bei uns haben sie versucht das Dachfenster zu öffnen) und lauern auf Futter. Aber zum Glück halten sich die meisten an die Hinweisschilder, dass man sie nicht füttern soll. Erstens ist der Menschenfraß nicht gesund für sie und zweitens verlernen sie dadurch das selbstständige Futter suchen. Viel mehr davon wird es wohl am Arthurs Pass geben, wir freuen uns schon – vor allem auf das Gehoppel wenn sie am Boden entlanglaufen ist sehr witzig.

Auf 1200m Länge quer durch das Bergmassiv – der Homer Tunnel

Bald geht es dann durch den 1200m langen Homer Tunnel, der unter riesigem Aufwand und härtesten Bedingungen von 1935 – 1953 gebaut wurde. Da ist dann eine Ampel davor, die alle 15 Minuten umschaltet, innen ist dann auch nix mit Belüftungssystemen oder Notausgängen, also Augen zu und durch. Vor und nach dem Tunnel werden die steil aufragenden Felsformationen immer präsenter und imposanter – und dazwischen immer wieder kleine und große Wasserfälle. Bei der Fahrt aus dem Tunnel ist man erstmal einfach nur überwältigt von dem Anblick. Wir sind dann weiter bis zu dem kurz vor Milford Sound Ort gelegenen Campingplatz (dem einzigen!) und haben dann sofort auf einem kurzen Spaziergang die Bucht angeschaut, man konnte auch schon den Mitre Peak zwischen den Wolken erahnen, aber wir waren optimistisch, dass sich das meistfotografierte Motiv Neuseelands noch schöner zeigen wird. Wir haben dann auch gleich zwei Plätze auf der ersten Bootstour am nächsten Morgen gebucht, da sind noch die wenigsten Leute da und somit auch die wenigsten Boote. Mittags kommen dann nämlich die ganzen Tourbusse aus Te Anau und Queenstown.

Abends sind wir dann zur Dämmerung nochmal in die Bucht gegangen und konnten auch den ersten freien Blick auf den Mitre Peak und den benachbarten Gletscher erhaschen.

Mit dem Schiff durch den Milford Sound

Aber so richtig genial wurde es erst am nächsten Morgen, unser Boot legte kurz vor neun ab, wir waren aber schon um halb acht da – und der Anblick war das frühe Aufstehen mehr als wert. Spiegelglatte Wasseroberfläche und glasklare Sicht bei blauem Himmel, das sind die Vorlagen, aus denen Kalenderfotos gemacht werden. Ich (Chris) hab dann auch gleich mal so viele Fotos geknippst – das waren am Uluru auch nicht mehr. Was sich übrigens auch die Bootsfirma gedacht hat, uns hat nämlich die ganze Fahrt über immer wieder ein Fotograf von einem anderen Boot geknipst, wir sind also bei den nächsten Werbebroschüren wahrscheinlich mit drauf.

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Als unsere Bootsfahrt endlich losging konnten wir es kaum erwarten, zwei Stunden bis zum Anfang des offenen Meeres bei diesem Wetter, was kann es schöneres geben?! Wunderschöne Steilküsten, mehr als 100 Meter runterstürzende Wasserfälle, Seehunde die im Wasser spielen und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. Bäume, die nahezu ohne Erde auf den Felsen wachsen und einige Minuten am Rand zum offenen Meer, unser kleines Schiff ist gleich ziemlich ins Wanken geraten. Wie die Bilder zeigen, war es trotz des perfekten Wetters verdammt kalt, auch an Land merken wir mittlerweile, dass wir immer weiter im Süden sind. Zum Abschluss der Fahrt waren wir noch eine halbe Stunde in einem Unterwasserobservatorium auf acht Metern Tiefe. Da mir (Vici) das Wasser etwas zu kalt war um Tauchen zu gehen haben wir uns die einzigartige Unterwasserwelt auf diesem Weg angeschaut.

Die Unterwasserwelt in einem Fjord ist speziell

Das besondere an der Wasserwelt liegt daran, dass schon wenige Meter unter der Wasseroberfläche eine Tier- und Pflanzenwelt zu finden ist, die normalerweise erst in wesentlich tieferen Gefilden auftritt. Wie für einen Fjord (von Gletschern ausgebildet) typisch „trennt“ eine Schwelle den Milford Sound vom offenen Meer (auf 70 Metern Tiefe, der Fjord selbst ist bis zu 450 Meter tief), der Austausch von Meer und Frischwasser (das zeitweise bis zu 10 Meter als obere Schicht des Wassers fungiert) wird gestört und der hohe Tanningehalt verdunkelt das Wasser, hinzu kommt der Schatten durch die umliegenden Berge, die bis zu 2000 Meter hoch sind. Zu den seltenen Anblicken gehört vor allem die Black Coral, die aber durch die darauf lebenden Organismen weiss zu sein scheint – das darunterliegende Skelett der Koralle ist schwarz. Alles in allem eine sehr faszinierende Welt.

Mittags haben wir uns dann auf den Rückweg gemacht, da wir ja nun schon das beste Wetter und über 400 Fotos im Gepäck hatten. Auch die Rückfahrt war wieder wunderschön und eines ist sicher, bei unserem nächsten Neuseelandbesuch wollen wir auch die anderen Fjorde auf mehrtägigen Wander- oder Kajaktouren erleben.

Die letzte Nacht haben wir in Te Anau verbracht und werden heute noch weiter Richtung Süden auf der Southern Scenic Route fahren.