Von Thailand nach Laos, eine Erinnerung für immer.

von | 28. Jan, 2008 | Reisen - Tipps und Ziele, Südostasien 2007 / 2008 | 1 Kommentar

Früh morgens sind wir mit dem Bus nach Chiang Khong an die Laotische Grenze und von da über den Mekong nach Huay Xai – und dort haben sich gleich alle Befürchtungen bewahrheitet – zwei mal mindestens acht Stunden auf einem völlig überfüllten Kahn standen uns bevor. Aber seit unserer Ankunft in Luang Prabang sind die Leiden vergessen – kein Wunder, dass die Stadt UNESCO Weltkulturerbe ist und als eine der schönsten Asiens gilt.

Treffen mit einer Gleichgesinnten

Unseren letzten Tag in Chiang Rai haben wir in einem herrlichen Cafe vebracht, bevor wir uns dann abends mit Steffi getroffen haben, wir verfolgen Ihre Reise (www.keine-eile.de) schon seit Wochen sehr aufmerksam. Es war eines der interessantesten und witzigsten Gespräche der bisherigen Reise – sagen wir es mal so: wir sind so froh, noch jemanden getroffen zu haben, der genauso kritisch auf bestimmte Aspekte Thailands reagiert wie wir. Die Leute sind nun beispielsweise wirklich nicht alle nett, wenn man mal hinter die Kulissen schaut und die Natur ist in vielerlei Hinsicht nicht so umwerfend wie viele Leute denken. Eine zweiwöchige Highlighttour offenbart das sicherlich nicht so, aber wenn man hier längere Zeit lebt wird das doch recht klar. Wir sind auch sehr froh darüber, dass es noch mehr Leute gibt, die den üblichen Backpackerunterkünften und -pfaden eher ausweichen, es ist einfach nicht jedermanns Sache mit 18-jährigen, dauerbetrunkenen Leuten zu „chillen“ – und genau das ist der Regelfall. Wie dem auch sei, das Treffen war sowas von erleichternd und erheiternd wir können es euch gar nicht sagen.

Wir sind dann am nächsten Tag nach Laos aufgebrochen. Die Fahrt mit dem Minibus an die Grenze verging recht schnell, das Visa für Laos war auch rasch und erstaunlich unkompliziert erledigt, bis auf das sechsmalige unterschreiben und herzeigen des Passes.

Über uns

Wir sind Victoria, Chris und Liam und möchten euch von unserem Leben in Thailand, Deutschland und im Rest der Welt erzählen.

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Dem Schwindel ausgewichen

Kurz danach waren wir dann auch schon am Pier – und hier war dann alles wie in unzähligen Berichten beschrieben.

Ein schmieriger Typ erklärte uns, dass das Boot überfüllt ist, in Pak Beng, wo ein Übernachtungsstopp stattfindet keine Unterkünfte und kaum Strom ist und dass er uns auch gerne eine teure Unterkunft und/oder eine Speedbootfahrt anbieten kann – letzteres bekanntermassen ein lebensgefährliches Abenteuer mit vielen Verletzten und Toten jedes Jahr. Unsere Gruppe von zehn Leuten lehnte dankend ab und so ging es zum Boot.

Das Boot – also der Kahn – also das Ding, auf dem wir gefahren sind

Ja, es war überfüllt, ja wir waren natürlich die letzten die an Bord gingen. 70 Personen sind vorgesehen, knapp 130 waren an Bord, am zweiten Tag waren es sogar ca. 170, wir hatten ja genug Zeit zum zählen. Kaum Platz zum sitzen oder bewegen. Am ersten Tag saßen wir sogar direkt neben dem Kohleherd – der dann auch kurz vor Ankunft angeworfen wurde. Also nicht nur Dieselgeruch von dem vor uns laufenden Motor, auch Kohlerauch – angenehm. Bei der Gelegenheit zeigte uns ein mitfahrender Laote auch gleich mal die kulinarischen Spezialitäten – getrocknete Rinderstreifen gibts ja auch bei uns – aber eine ganze getrocknete Ratte zum knabbern war uns neu. Eigentlich sollten wir um 16:00 in Pak Beng ankommen, es war dann aber schon nach 18:00 und damit dunkel.

Das Rennen um ein Bett zum Schlafen zu ergattern in Pak Beng

Als das Boot ankam ist Vici vorgesprintet, um ein Zimmer zu finden und ich hab mich mit den Taschen rausgekämpft, was gar nicht so einfach war, da erst alle Menschen nach hinten und dann mit Gepäck nach vorne rauschten. Auch das Wiederfinden war nicht ganz ohne, im Dunkeln auf einem Sandhügel, lauter Leute die ihr Gepäck und ein Zimer suchen. Bei der Zimmersuche haben ständig irgendwelche Leute an Vici gezogen um sie von ihrem Guesthouse zu überzeugen. Aber nach kurzem Prozess wurde es dann ein Zimmer das ganz ok und wenigstens recht billig war – 300 Baht – sauber und mit eigenem Bad und eiskalter Dusche. Für 100 Baht gab es nur Dreckslöcher mit gemeinsamen Drecksbad und die schönen waren natürlich richtig teuer, oft schon voll und auch nicht so leicht zu finden.

Abendessen mit den Dänen – erster Akt

Der Abend nahm dann noch eine sehr nette Wendung, als wir in einem Lokal mit einer dänischen Familie, die seit Chiang Rai mit uns reiste, gegessen haben und viel Spaß hatten. Es sollte nicht unser letztes gemeinsames Essen bleiben. Danach gings in Bett, um kurz nach zehn war der Generatorstrom beendet und wir sind auch sofort weggenickt.

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Morgens um halb sieben war es dann vorbei mit der Ruhe, weil die Speedboote ihre Motoren angeworfen haben. Wir haben uns dann bemüht, als eine der ersten auf’s Boot zu kommen – wir wollten lieber ganz vorne sitzen als wieder in Eintracht mit dem Auspuff sitzen. Dank eines Kanadiers, neben dem wir am Vortag saßen gelang uns das auch, direkt hinter dem Kapitän. Aber auch hier sollte sich noch zeigen: bei 170 Leuten auf einem Boot für 70 Leute gibt es keine bequemen Plätze. Diesmal war das Problem, dass jeder den vorderen Bereich super fand, bis letztlich alles so eng war und man kaum seine Füße ausstrecken konnte, wir waren so froh, als wir ankamen! Auch wenn es wirklich unbequem und teilweise recht nervtötend war, da vor allem am zweiten Tag auch die Nerven aller etwas angespannt waren, fanden wir es doch auch recht erfahrungsreich. Wir würden das nächste Mal aber von Chiang Mai nach Luang Prabang fliegen!

Die Fahrt hätte auch erholsam sein können

Die Ganze Fahrt auf einem luxuriöseren Boot oder zumindestens mit einem eigenen Sitzplatz ist durchaus zu empfehlen. Die Landschaft ist schön, wir hatten an beiden Tagen traumhafte Sonnenuntergänge und es ist durchaus faszinierend wie viele Menschen, Hühner, Fahrräder, Roller und sonstige Lebensmittel auf so ein Boot passen. Faszinierend waren die zahlreichen Zwischenstopps an den Dörfern entlang des Mekong, bei denen allerlei Waren gehandelt wurden und Einheimische zu- und ausgestiegen sind (wir mussten leider immer sitzen bleiben). Auch uns wollte man oft so einiges verkaufen, am exotischsten waren die Kinder mit vielen toten Tieren über der Schulter – die Touristeninfo in Luang Prabang bittet darum, diese Tiere nicht zu kaufen (als Tourist!) – was sollte man auch damit machen? Aber anscheinend gibt es immer wieder Helden, die sich ein exotisches Eichhörnchen nicht entgehen lassen können – sehr eigenartig. Wir meinen absolut nicht die Einheimischen – aber so manches Touristengebahren verwundert dann doch sehr!

Luang Prabang ist ein bezaubernder Ort

Wie dem auch sei, kurz nach sechs sind wir in Luang Prabang angekommen und mit unserer dänischen Familie in Schlepptau zu dem vorreservierten Guesthouse. Nichts besonderes aber in guter Lage und sauber und die Leute sind unglaublich freundlich – wir sind geblieben und die Familie gleich dazu. Mit Luise und Carsten sowie ihren beiden Kindern haben wir dann auch viel Zeit verbracht seitdem, vor allem gegessen und die Cocktails hier getestet. Da wären wir auch schon beim Thema: Laos ist ja bekanntlich eines der ärmsten Länder der Welt, das merkt man auch, wenn man in Luang Prabang aus dem Zentrum rausgeht.

Nur im Zentrum Luang Prabangs merkt man davon wenig, die Hotels sind teilweise ein absoluter Traum. So negativ wir im allgemeinen die Kolonialzeiten in allen Ländern finden, hier sind herrliche Bauten übrig geblieben, die oft renoviert und in wunderschöne Unterkünfte und Restaurants umgewandelt wurden. Man braucht dann halt das nötige Kleingeld – 70 Dollar pro Zimmer sind schnell fällig. Auch Restaurants mit Haupspeisen zum Preis von zehn Euro und mehr sind schnell gefunden. Wahnsinn, wenn man beachtet, dass viele Laoten 30 Euro und weit weniger pro Monat verdienen.

Aber durch die kleinen Straßen zu flanieren und an den Uferpromenaden des Mekong und eines kleinen Nebenflusses entlang zu wandern hat definitiv etwas sehr schönes für uns. Zwei Nächte waren wir jetzt hier, mindestens drei werden noch dazukommen, vielleicht auch mehr. Die Restaurants wollen ja auch getestet werden. Man merkt einfach überall den französischen Einfluss, Baguette, Boccia spielende Laoten und feine französische Küche. Aber wenn man 50 Meter weiter geht sieht man dann auch wieder das wirkliche Laos, 10 Leute in einer heruntergekommenen Holzhütte auf engstem Raum lebend. Kontraste, wie sie überall in Asien zu finden sein dürften und die uns doch immer wieder erschrecken.

Was man alles so machen kann in Luang Prabang haben wir zusammengefasst.